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Der Koch – Martin Suter
Der Koch – von Martin Suter – Literaturtipp erotischer Roman
Beschreibungen
Übernommen von den kulturnews.de
Maravan ist tamilischer Asylant, der mit aphrodisischen Menüs die Potenzprobleme der Züricher Hochfinanz verkocht. Als Zwischengänge gibt es Waffenschieberei, die Bankenkrise erreicht ihren Kulminationspunkt, und durch den Asylanten Maravan erfährt man viel Eindringliches über den Bürgerkrieg in seiner Heimat in Sri Lanka. Martin Suters Problem: Er liefert uns zu viele Gänge, und am Ende sind wir überfressen an unterschiedlichsten Geschichten. Was soll der Blick ins Wohnzimmer eines internationalen Vermittlers und Waffenschiebers? Viel mehr hätte interessiert, wie das Agieren der tamilischen Widerstandsbewegung in der Schweiz im Detail funktioniert. Aber dafür ist Suter halt doch zu sehr in die Schweizier Hochfinanz verliebt. Klares Kaufargument für den neuen Suter hingegen ist, dass im Anhang alle Rezepte zum Love Menu stehen, mit dem Maravan das Liebesleben der High Society Zürichs nach vorne bringt. Aber ob’s ohne den genialen Koch wirkt? (jw)
Kurzbeschreibung
Weltweite Finanzkrise, Bürgerkrieg in Sri Lanka und eine Firma, die in aller Verschwiegenheit boomt: Love Food fürs diskrete Tête-à-Tête. Politische Gegenwart, Liebesgeschichte, Exotik und Sinnlichkeit.
Rezension von “zeilensprung”
Und weitere Überraschungen aus der molekularen Küche mit ayurvedischen Einflüssen spielen eine zentrale Rolle in Martin Suters neuem Roman “Der Koch”.
Die Leser können sich freuen auf eine erneut sehr originelle und besondere Geschichte, in der Suter auf die ihm unnachahmlich-elegante Weise die Handlung um die tamilische Küchenhilfe Maravan mit der weltweiten Finanzkrise und den Unruhen auf Sri Lanka verbindet.
Doch der Reihe nach:
Maravan hat sich zeitlebens intensiv mit dem Kochen beschäftigt. Er hat sich vieles aus den Töpfen seiner älteren Verwandten abgeschaut und so ein großes Gespür für die Zubereitung ganz besonderer Menus entwickelt.
In der Schweiz ahnt das jedoch zunächst niemand: Als Küchenhilfe in einem Sternelokal steht Maravan ganz unten in der strengen Küchenhierarchie eines Gourmet-Tempels mit illustrer Kundschaft.
Als er eine Kollegin bekocht und diese anschließend – obwohl lesbisch – mit ihm schläft und er kurz darauf entlassen wird, entwickeln beide eine grandiose Geschäftsidee:
Mit aphrodisischen Mehrgänge-Menus bauen sie die Agentur “Love-Food” auf, die zunächst vor allem von Paartherapeuten gebucht wird. Doch bald schon wittert Maravans Geschäftspartnerin ein viel größeres Geschäft…
Martin Suter lässt den Leser nicht nur tief in Maravans Töpfe schauen, in denen die abenteuerlichsten, auf kleinste Nuancen abgestimmte Meisterwerke entstehen (die übrigens für alle, die sich das Nachkochen zutrauen, im Buch abgedruckt sind). Er schlägt gleichzeitig elegant den Bogen zu einem kaum wahrgenommenen Bürgerkrieg in Sri Lanka und die darin involvierten Verstrickungen der westlichen Welt. Er schafft Figuren, die die Mechanismen einer in Gang gekommenen Wirtschaftskrise natürlich erahnen aber von den Folgen dennoch kalt erwischt werden.
Martin Suter hat in einem Interview gesagt: “Ich schreibe so, wie ich gerne lese.”
Mit diesem lakonischen Satz ist nahezu alles gesagt, denn so schreiben wie Suter, das muss man erst mal können: Er beherrscht die Balance zwischen sprachlicher Klarheit und Fabulierlust, hält Spannungs- und Handlungsbogen fest im Griff und entlässt den Leser wieder einmal erst, wenn der letzte Satz gelesen ist.
“Der Koch” ist ein überaus lesenswerter Roman!
- Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
- Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (26. Januar 2010)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3257067399
- ISBN-13: 978-3257067392
- Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 2,4 cm
- Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen

















